Gewohnt haben wir bei meiner (damaligen) Schwiegermutter in Henderson. Eine riesige Vorstadt von LV.
Auch hiervon sind leider alle Fotos in den Alben - und so bin ich im Netz auf die Jagd nach tauglichen Erinnerungen gegangen und fündig geworden. Danke allen (unfreiwilligen) Spendern dieser Bilder.


Erst haben wir uns mal einige Tag in LV getummelt, in den Hotels der Superlative gestromert (ist ja jedes ein Vergnügungspark für sich), die Spielhallen bestaunt (und selbst auch das Glück herausgefordert), shoppen gegangen, outlets geplündert, die Jungs haben sich rollers erstanden ...
Aber dann reichte es auch mit dem Geklimper und Geglitzer .... und ich brauchte wieder Natur und Ruhe und Staunen vor dem Echten und Realen. Aber Wüste? ... konnte ich mir eigentlich nie so recht vorstellen, bis ich sie erlebte .... seitdem träume ich davon ! So viel Ruhe, Unendlichkeit, Weite .... das gibt es sonst nur am Meer (so in etwa).
Meine erste Fahrt in USA war denn auch zu Beginn etwas schwierig - die Straßen waren nicht mit den Ortsnamen, sondern lediglich mit den Straßennummern ausgeschildert. Gerade Nummern für Ost-West-Verbindungen und ungerade für Nord-Süd-Richtung. Aber das lernte ich erst noch. So war ich lange Zeit sehr skeptisch, ob ich wirklich am gewünschten Punkt rauskommen würde: Valley of fire. Aber es hat geklappt und mich tief beeindruckt. Vor allen Dingen als ich dann abends gegen die untergehende Sonne zurückfahren musste und wirklich von all dem vielen Rot restlos geblendet war. Trotzdem: es war traumhaft !




Und nachdem die Jungs ja ziemlich viel im Auto sitzen mussten, waren sie hellauf begeistert, als sie in glühender Hitze dann eine Treppe zu einem Aussichtsfelsen hochsteigen durften und machten das dann gleich ein paar mal um die Wette.
Dann wollten wir mal schauen, wo all das viele Wasser herkam, das in LV und damit inmitten all der Wüsten so unerschöpflich zu sein schien und fuhren hinaus zum Hoover Dam:


Das war wirklich ein unglaublich großes Wasserreservoir!Und weils auf dem Weg lag, gings dann auch gleich weiter zum Grand Canyon!


Unvorstellbar - aber es war ein Temperaturunterschied von über 20 Grad! Und wir froren jämmerlich. Doch der Kiosk war auf solche wie uns gut vorbereitet und hatte eine breite Palette an Pullovern und Jacken. Hoch leben die Touris !
Aber jetzt wurde es Zeit, auf den Spuren der großen Siedlerzüge zu wandeln: Death Valley zog uns magisch an. Aber wir hatten keinerlei Vorstellung davon, wie endlos weit eine Landschaft sein kann, trostlos und bezaubernd, wie belastend und wie schillernd ....
Davon bekamen wir dann schnell eine Ahnung, als wir dann mitten drin steckten in der Hitze, der unendlichen Salzkruste, die vor ewigen Zeiten ein See war. Wir waren unterhalb des Meeresspiegels.


Wir sahen Skelette und Autowracks, Fata Morganen und Träume von Wasser und Grün. Die Illussionen waren teilweise perfekt. Aber für uns war es nicht gefährlich, wir hatten unseren Wasservorrat in der Kühlbox dabei ... dieses Glück hatten die Siedler damals nicht.Und eine nie gekannte oder erlebte Farbenvielfalt in den das Tal einschließenden Bergen!
Und zum Abschluss noch das Erlebnis der Sanddünen am Rande des Death Valley - ein ganz neues Gefühl unter den Fußsohlen: die Erde greift nicht - es gibt alles unter einem nach. Feinster Sand, warm und weich und sehr schwer begehbar. Dazwischen von der Hitze versengte Äste und Bäume.So schön es war, aber es war eine richtige Erleichterung, in die Zivilisation zurückzukehren.
Auf diese Art waren 2 Wochen schnell vorbei und wir kehrten um einige Erfahrungen reicher zurück ins good old germany. Aber irgendwann kommen wir nochmals - das war uns allen sicher.
