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Donnerstag, 10. September 2009

Altersteilzeit erreicht - erste große Fahrt - Schweden

17. August: Fähre Sassnitz - Trelleborg
Nach einer sonnigen aber auch windigen Überfahrt nähern wir uns Trelleborg.



Unser erster Ausflug führt uns nach Malmö. Hier treffen Tradition und Moderne aufeinander - und harmonisieren.


Nach einem Erholungstag geht es weiter über Kristianstad nach Urshult.



Je näher Urshult rückt, umso mehr "schwedelt" es - weitläufige Wälder unterbrochen von Seen und Wasserläufen, vereinzelt die typischen Lego-Häuser, die von schmalen, ungeteerten Seitenwegen aus erschlossen sind.

Altersteilzeit erreicht - Schweden Öland

Für die große Badeinsel der Schweden und ihres Königshauses sind mehrere Tage vorgesehen.
Die Überfahrt geht über ein sehr beeindruckendes Brückenbauwerk.



Tagesausflug in den Norden von Öland - ein dünn besiedeltes Gebiet mit urigen Wäldern und Ufern. Die Wahlheimat vieler Zugvögel.



Die vielen kleinen Dörfer pflegen ihre alten Friedhöfe und Kirchen.



Aber auch der Süden und Ölands Mitte hatten vieles zu zeigen.
z.B. das Freilichtmuseum Himmelsberga. Ein altes Bauerndorf. Die Türen so niedrig, dass auch ich mich bücken musste, um mir den Kopf nicht anzuschlagen. In der guten Stube des Herrenhauses waren die Wände handbemalt.


Andere Länder, andere Sitten: die Post wird hier nicht so exclusiv an die Häuser gebracht. Die Briefkästen befinden sich sehr zentral direkt an der Straße und der Postbote fährt mit seinem Auto direkt hin. Er hat - ganz englisch - seinen Fahrersitz auf der rechten Seite und muss zum Verteilen der Briefe nicht mal aussteigen. Und - typisch schwedisch - auch die Briefkästen sind mit Blumen geschmückt und liebevoll gestaltet.



Und natürlich durfte auch ein Ausflug nach Kalmar nicht fehlen.
Vor dem Wasserschloss stand der Beweis dafür, dass es wirklich Trolle und Gnomen gibt:




"Spa & Relax" bei der Fahrradrunde durch Kalmar. Das ist ganz einfach die öffentliche Toilette.

von Öland weiter nach Jönköping

Aber bei all den Schönheiten und dem Zauber des Landes will ich doch das Ziel Stockholm nicht aus den Augen lassen. Also gehts weiter: nächste Station jönköping .
Die Sophienkirche verbindet auf überraschende und ganz andere Weise den traditionsträchtigen Baustil mit der Moderne: hier können die Spenden in der Kirche für den Umbau gleich über den Terminal abgebucht werden.



Wer Zündhölzer bisher achtlos benutzt hat, kann sich hier einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte und Herstellung dieses Feuerhölzchens verschaffen. Kleine Anmerkung am Rande: es war eine Frau, die diesen Weg eingeschlagen hat.



Und auch von dieser Firma profitieren wir hier in Deutschland:



Nahezu eine eigene Stadt: Husqvarna. Wer kennt nicht die Nähmaschinen, Motorräder, Rasenmäher etc. ? Ein Rundgang durch das Museum war unvermeidlich. Da ich immer noch auf die Begegnung mit einem Elch wartete, sah ich hier zumindest mal sein Geweih an der Wand hängen.

Jönköping -> Askersund

Und wieder geht die Fahrt über endlose lange Straßen, durch dichte Wälder mit nur wenigen Seitenstraßen, vereinzelt an den kleinen roten Häuschen vorbei Richtung Askersund.
Wir sind nun mitten in Smaland. Hier geht es sehr bürgerlich zu, kleine Orte, behäbige Dörfchen, romantische Seen hinter jeder Straßenbiegung, Glasbläserkunst, und die berühmten weiß-gelben Zuckerstangen aus Gränna. Das alles ist hier zuhause. Und wenn ich mich mehr mit Astrid Lindgren als mit Karl May befasst hätte in meiner Kindheit, dann wäre ich sicher auch zur Villa Kunterbunt gefahren. Und jetzt im Inneren des Landes fallen dann auch die typischen Leuchter in den Fenstern auf: die vermitteln ein heimeliges und willkommenes Gefühl.



Ach, es gäbe ja so vieles zu sehen, aber dann reichen nicht mal 4 Wochen für den Trip aus. Aber Vadstena, das wehrhafte Wasserschloss, muss unbedingt aus der Nähe angeschaut werden. Heute werden die Wasserläufe ums Schloss als Bootshafen genutzt. Das sind natürlich traumhafte Liegeplätze.



Askersund -> Stockholm

Ja, und dann Stockholm. Eine wunderschöne, riesige Stadt mit viel Charme. Aber egal, wohin man kommt; Coca-Cola ist immer schon da:



Während das Publikum bei der Wachablösung brav hinter den Absperrungen bleibt, fährt der Cola-Truck ungestoppt in den Innenhof.

Bei der Weitläufigkeit war ich wieder froh um mein Fahrrad, so kam ich doch ziemlich weit rum. Vor der Krönungskirche traf ich dann auf 2 Mädels mit ihrem Hund, die ich schon in Malmö getroffen hatte. Die Touri-Runde scheint doch ziemlich ähnlich zu sein.



Auch in Schweden lässt sich über "Kunst" trefflich streiten. Aber interessant ist es always.

Stockholm - Sigtuna

Ungeplant aber umso genussvoller war ausgerechnet heute ein historisches Stadtfest in Sigtuna.
Man fühlte sich unweigerlich in frühere Zeiten versetzt. Die romantischen Gärten, die schmalen Gässchen, die kleinen Häuser, das kulinarische Angebot, die Verkaufsstände, fliegende Händler, Kinder die musizierten, die kleine Hochzeitsstube im Rathaus, die alte Kirche, das war wirklich Eintauchen in die Geschichte.



Ein Besuch im Museum ließ die Vergangenheit noch mehr aufleben.



Auf dem Rückweg erst mal wieder ein Radel-Stop in Täby, ein Vorort von Stockholm mit großen Einfamilienhaus-Siedlungen. Vorbei an den Marinas, durch die Wälder und Felder, vorbei an Viehweiden und durch die ruhigen Straßen des Städtchens.

Stockholm -> Vänernsee -> Lidköping

3 Tage Stockholm - man sieht viel - und man sieht wenig. Aber auch für den Heimweg braucht es noch seine Zeit und so beginnt heute eigentlich schon der Rückweg. Aber immer mit der Ruhe, einige Stationen sind schon noch drin. Die nächste Tagesetappe ist Lidköping am Vänernsee.



Die Fahrt dorthin ist äußerst ländlich geprägt, viele Wanderer, Radler und Traktoren sind auf den schmalen Straßen zu überholen. Der Kinnekulle , obwohl nur 306 m hoch, ist weithin sichtbar und zieht Ausflügler magisch an.

Die Anfahrt zum Läcko Slott ist äußerst reizvoll.



Die schmale Landstraße führt vorbei an blumengeschmückten Milchsammelstellen, kleinen roten Schwedenhäusern auf gewaltigem Felsboden, Hinweistäfelchen auf Nachbarschaftshocks und Hochzeiten, kleine Dörfer, weite Felder ... einfach idyllisch.