Donnerstag, 10. September 2009

Jönköping -> Askersund

Und wieder geht die Fahrt über endlose lange Straßen, durch dichte Wälder mit nur wenigen Seitenstraßen, vereinzelt an den kleinen roten Häuschen vorbei Richtung Askersund.
Wir sind nun mitten in Smaland. Hier geht es sehr bürgerlich zu, kleine Orte, behäbige Dörfchen, romantische Seen hinter jeder Straßenbiegung, Glasbläserkunst, und die berühmten weiß-gelben Zuckerstangen aus Gränna. Das alles ist hier zuhause. Und wenn ich mich mehr mit Astrid Lindgren als mit Karl May befasst hätte in meiner Kindheit, dann wäre ich sicher auch zur Villa Kunterbunt gefahren. Und jetzt im Inneren des Landes fallen dann auch die typischen Leuchter in den Fenstern auf: die vermitteln ein heimeliges und willkommenes Gefühl.



Ach, es gäbe ja so vieles zu sehen, aber dann reichen nicht mal 4 Wochen für den Trip aus. Aber Vadstena, das wehrhafte Wasserschloss, muss unbedingt aus der Nähe angeschaut werden. Heute werden die Wasserläufe ums Schloss als Bootshafen genutzt. Das sind natürlich traumhafte Liegeplätze.



Askersund -> Stockholm

Ja, und dann Stockholm. Eine wunderschöne, riesige Stadt mit viel Charme. Aber egal, wohin man kommt; Coca-Cola ist immer schon da:



Während das Publikum bei der Wachablösung brav hinter den Absperrungen bleibt, fährt der Cola-Truck ungestoppt in den Innenhof.

Bei der Weitläufigkeit war ich wieder froh um mein Fahrrad, so kam ich doch ziemlich weit rum. Vor der Krönungskirche traf ich dann auf 2 Mädels mit ihrem Hund, die ich schon in Malmö getroffen hatte. Die Touri-Runde scheint doch ziemlich ähnlich zu sein.



Auch in Schweden lässt sich über "Kunst" trefflich streiten. Aber interessant ist es always.

Stockholm - Sigtuna

Ungeplant aber umso genussvoller war ausgerechnet heute ein historisches Stadtfest in Sigtuna.
Man fühlte sich unweigerlich in frühere Zeiten versetzt. Die romantischen Gärten, die schmalen Gässchen, die kleinen Häuser, das kulinarische Angebot, die Verkaufsstände, fliegende Händler, Kinder die musizierten, die kleine Hochzeitsstube im Rathaus, die alte Kirche, das war wirklich Eintauchen in die Geschichte.



Ein Besuch im Museum ließ die Vergangenheit noch mehr aufleben.



Auf dem Rückweg erst mal wieder ein Radel-Stop in Täby, ein Vorort von Stockholm mit großen Einfamilienhaus-Siedlungen. Vorbei an den Marinas, durch die Wälder und Felder, vorbei an Viehweiden und durch die ruhigen Straßen des Städtchens.

Stockholm -> Vänernsee -> Lidköping

3 Tage Stockholm - man sieht viel - und man sieht wenig. Aber auch für den Heimweg braucht es noch seine Zeit und so beginnt heute eigentlich schon der Rückweg. Aber immer mit der Ruhe, einige Stationen sind schon noch drin. Die nächste Tagesetappe ist Lidköping am Vänernsee.



Die Fahrt dorthin ist äußerst ländlich geprägt, viele Wanderer, Radler und Traktoren sind auf den schmalen Straßen zu überholen. Der Kinnekulle , obwohl nur 306 m hoch, ist weithin sichtbar und zieht Ausflügler magisch an.

Die Anfahrt zum Läcko Slott ist äußerst reizvoll.



Die schmale Landstraße führt vorbei an blumengeschmückten Milchsammelstellen, kleinen roten Schwedenhäusern auf gewaltigem Felsboden, Hinweistäfelchen auf Nachbarschaftshocks und Hochzeiten, kleine Dörfer, weite Felder ... einfach idyllisch.

Vänernsee -> Orust -> Göteborg

Nachdem es für mich den Anschein hat, dass in ganz Schweden kein Fisch gegessen wird (ich habe wirklich außer in Tiefkühltruhen bislang keinen gesehen - genausowenig wie Elche), freue ich mich nun unbändig auf die Göteborg. Die Fahrt dorthin führt wieder in völlig neues Geländebild über die Insel Orust.



Die Landschaft liegt streckenweise unter dem Meeresspiegel und wirkt durch die dunklen Felsformationen etwas bedrückend. Verstärkt wird dies sicherlich noch durch den heutigen (ersten!) Regentag und den düsteren Wolken am Himmel.

Nach etlichen Aufenthalten wird es dann doch Abend, bis Göteborg erreicht ist.

Aber morgen (!!!) gibt es Fisch :-)

Nach den vielen Wald-, Wiesen- und Wasserflächen war es dann auch wieder mal schön, in einer Großstadt zu sein.




Und den direkten Draht zu Jesus haben die Göteborger auch ;-)



Und es gibt heute wirklich Fisch !!
Jede Menge und in prachtvoller Auswahl in der Feskekörka (Fischkirche).



Sogar ein großes Fischfestival mit den Blues-Brothern auf der Bühne. Fast so gut, wie die echten!



Auf dem Rückweg habe ich dann dieses Schiffle im Hafen liegen sehen. Wow !

Samstag, 1. August 2009

Altersteilzeit erreicht - erste große Fahrt - Norddeutschland

Lange habe ich mich auf die Freistellungsphase meiner Altersteilzeit gefreut. Trotzdem flossen doch etliche Tränen. Ich werde ganz sicher meine vielen und guten Kontakte in alle Bereiche des öffentlichen Lebens vermissen und ganz besonders meine Kolleginnen und Kollegen, mit den ich doch immerhin 10 Jahre verbracht habe. Es war schön mit Euch und ich freue mich immer, wenn ich vom Ein oder Anderen etwas hören werde. Danke für das gute, meist hektische und doch immer fröhliche Miteinander. Die Abschiedsfeiern setzten einen schönen Abschluss, die Lobreden waren Balsam auf meine Seele ;-)



Und dann gings gleich auf große Fahrt.

Bundesgartenschau in Schwerin -
Staunen pur: wunderschön, farbenfroh, weitläufig und vielfältig - eingebunden in die Schlossanlagen. Ein ganzer Tag dort gibt eigentlich nur einen großen Überblick. Viel zu schnell war es Nachmittag und Abend und der Park leerte sich wieder. Zeit zum Heimgehen.










Weiter ging die Reise zur ehrwürdigen Hansestadt Wismar, ein kleiner, fast noch familiärer Handelshafen. Die Stadt zeigt ihren gutbürgerlichen, geschichtsträchtigen Charakter.





Dann weiter auf den Darss - Erholung pur dort. Ländlich buntes, gemächliches Leben.


Und überall die Spuren der Marienkäfer-Invasion. In Unmengen waren sie überall vorhanden, fast schon eine Plage.


Letzte Station in Deutschland: Rügen. Die Sonneninsel hielt, was sie in allen Reiseberichten verspricht:



Ein traumhaft schöner Tag auf der autofreien Insel Hiddensee: