Gemächlich fuhren wir über die Landstraßen vorbei an regennassen und teilweise seeenhaften Wiesen, und kurz vor Ravensburg hatten wir schon die erste freie Sicht auf die Berge. Da kommt doch immer gleich Urlaubsfeeling auf. Weiter durch Ravensburg nach Wangen und kurz vor Hofen eine rustikale Kaffeepause. Draußen sitzen ja, aber erst noch Jacke aus den Autos holen. Die Mädels hatten sich Zimmer gebucht im BMW-Hotel Ammerwald. Ich war überrascht: vor einigen Monaten war ich schon mal am Plansee und da war das Hotel noch im Rohbau und es war nicht erkennbar, was aus dem riesigen Betongerippe mal werden sollte.

Auch der Plansee führte viel Wasser, die Sperrschilder vom Tag zuvor standen noch an der Straßenseite und überall kamen links noch mehr oder weniger große Rinnsale den Berg herunter. Der Wasserspiegel rechts war knapp ½ m unterhalb der Straße, kleine Ausweichstellen luden zum Verweilen ein, beidseitig war das Tal von schroffen Felswänden flankiert. Nach dem Einchecken der Mädels fuhren wir weiter nach Schloss Linderhof: da heute mal wieder Sommer war, gabs erst mal ein Eis und damit schlenderten wir vorbei am Schwanensee, dem marokkanischen Haus und dem Königshäuschen direkt aufs Schloss zu. Der Springbrunnen war gerade aktiv und begrüßte uns mit seiner riesigen Fontäne. Einfach ein überwältigender Eindruck immer wieder.
Eine Schlossführung ließen wir heute nicht aus – Stuck, Blattgold, Vasen, Bilder, Spiegel, Gobelins ... ein Prunk und eine Pracht, die einen nur noch staunen lässt. Beim Rausgehen noch ein Blick durch das Außenfenster in die Küche und die Technik des „Tischlein-deck-dich“ aus dem Speisesaal noch kurz bestaunen. Und dann gings weiter zur Grotte. Die wollte ich doch unbedingt mal sehen. Und sie war auch wirklich wunderschön! Das wäre Traumerfüllung pur: ein Konzert ganz alleine in der Muschel auf dem See zu hören. Allein die Vorstellung lässt einem Freudenschauer über den Rücken kriechen.
Weiter nach Oberammergau, wo dieses Jahr die Passionsspiele stattfinden. Alle 10 Jahre werden diese aufgeführt und die Stadt wird monatelang von Besuchern überschwemmt. Einen Platz zum Abendessen finden wir erst, als die vielen Gäste sich wieder auf den Weg zum 2.Teil der Aufführung zurückbewegen. Wir saßen in der alten Wurstkuchl direkt gegenüber des Pilatushauses mit seiner wunderschönen Liftl-Malerei und dem alten Bauerngarten. Oberammergau – obwohl touristisch so sehr erschlossen – gehört eindeutig zu meinen Lieblingsorten. Wir hörten noch die Fanfaren, die die Besucher nachdrücklich ins Theater zurückriefen und machten uns dann langsam auf den Heimweg.

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