Sonntag, 19. August 2007
Samstag, 2. Juni 2007
Innsbruck

Freitag, 2. Januar 2004
2004 Jeddah
Dann taucht das Lichtermeer von Jeddah auf. Die riesige Fontaene kann ich allerdings nirgends sehen. Nach der Landung ziehe ich die Abbaja ueber – es ist schon ein sehr viel besseres Gefuehl, als beim letzten mal. Aber war sie eigentlich schon immer so lang? Ich trete laufend drauf …..

In der Halle werde ich bereits erwartet. Haendige mal wieder einem mir voellig fremden Menschen meinen Pass aus – aber diesmal habe ich keine Angst mehr.
Alles ist schnell erledigt, ein Boy fuer die Koffer herangerufen, Zoll. Macht der doch tatsaechlich einen Koffer von mir auf …. Aber wenigstens nicht den, mit dem Schwarzwaelder Schinken drin! Das haette Aerger geben koennen.
In Begleitung der beiden Araber verlassen wir die Halle. Draussen wartet der Fahrer, Abdullah, auf uns. Er kommt mir entgegen, strahlt und heisst mich willkommen. Seine Freude ist so richtig herzlich. Madame Olfat hat wohl schon den ganzen Tag immer wieder aus Genf angerufen, dass man ja alles gut vorbereitet fuer mich, dass man mich abholt, dass ich es gleich gut habe.

Im “Haus” warten dann Tess und Maria-Theresa mit dem anderen Zimmermaedchen auf mich. Ich werde begruesst, als ob ich die verlorene Tochter waere. Mein Zimmer ist beleuchtet, das Bett aufgeschlagen, eine Kerze brennt, Blumen in der Vase, im Bad “mein” Foehn, alle Duschgels, Seifen, Zahncremes, Handtuecher, Bademantel … und im begehbaren Kleiderschrank liegt mein hummerfarbenes Twinset. Da kann ich zuhause natuerlich lange danach suchen!Die 3 Maedels haben Sandwiches vorbereitet und setzen sich zu mir an den Tisch. Die Obstschale haben sie gefuellt mit meinem Lieblingsobst: frische Mangos (so richtig saftig und sues), Guaven, Pfirsiche …..

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Ploetzlich riss mich das Laeuten des Telefons aus dem Tiefschlaf. Seit wann hatte ich Telefon am Bett? Ich wusste gar nicht, wo ich war, es war daemmrig … wer wollte denn da schon was von mir? Gruesse von Scheich Khaled, Mr. Ghazawi am Telefon, herzlich willkommen …. Nett …. Aber um DIE Zeit? Ein Blick auf die Uhr: 10.30 h ! Ich war total durcheinander. Foto … Arzt …. O ne – erst mal duschen, fruehstuecken. Und dann rief schon der Fahrer an, er stuende parat. Also los. Erst mal zum Fotographen, Passbilder machen. Bei der Gelegenheit gleich mal Batterien fuer meinen Wecker gekauft – der Fahrer hat sie mir bezahlt – ich habe ja noch keine Saudi Rial. Dann zur Bank – aber das klappte schon gar nicht. Wenigstens kam meine Scheckkarte nach langem hin und her wieder aus dem Automaten. Also sollte ich an den Schalter gehen. Ich laufe auf den Eingang der Bank zu und werde sofort zurueckgerufen: I have to use the ladies-entrence! Na denn …. Fahrstuhl zum dritten Stock … eine “weibliche” Schalterhalle mit lauter kleinen Nischen und Sitzgruppen, Kerzen und Blumen. Die Bediensteten sind alles Frauen. Alles sehr freundlich und schoen – aber ich bekomme kein Geld mit meiner Karte. Ich muss erst ein Konto in Saudi haben. Dann eben erst mal nicht.
Da ich lesen und schreiben kann, darf ich alleine mit dem Fahrstuhl wieder runter fahren. Abdul – mein Fahrer – ist enttaeuscht. Er haette mir gerne geholfen.Also fahren wir weiter ins Buerogebaeude von Sheik Khaled. Der grosse Glaspalast mit seinen Wasserlaeufen in der Eingangshalle, den riesigen ueber 3 Stockwerke reichenden Palmen, ueber den spiegelglatten Marmorboden, erreichen wir den Fahrstuhl. Auf den auswechselbaren Teppichfliesen werden wir begruesst: Welcome – Saturday.

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Die Familie hat sich etwas verspaetet – zu meiner Ueberraschung kommt Susi in einer neuen Uniform hoch, etwas geschminkt, frisch frisiert. Ob ich mich nicht auch umziehen wolle, um die Familie zu begruessen. Na ja, dann will ich halt … Wir beobachten im Spielzimmer auf dem Monitor die Bewegungen auf der Strasse vor dem Haus, um die Ankunft der Wagen nicht zu verpassen.
Die Zimmermaedchen bleiben im Kindertrakt – ich gehe in die Haupteingangshalle, die festlich erleuchtet ist. Die beiden Springbrunnenanlagen rechts und links des Eingangs sind in Betrieb und ich sehe zum ersten mal die Flammenschalen in Betrieb. Das ist ein traumhafter Anblick. Das gesamte Personal steht zum Empfang bereit.
Dann endlich ist es so weit und ein lautes und herzliches Hallo von beiden Seiten – echte Freude, dass das Leben nun wieder in den geregelten Bahnen laeuft und die “Familie” wieder komplett ist.
----Heute vormittag gehe ich mit Mila einkaufen. Ich muss doch so ganz langsam mal Zugang zum arabischen Alltag bekommen – habe aber schon etwas Respekt davor nach all dem, was man in Deutschland so ueber dieses Land hoert. Aber im Schutz eines Fahrers und Mila, da bin ich dann doch ganz mutig.

Wir fahren in ein arabisches Einkaufzentrum mit vielen kleinen Geschaeften und gehen als erstes in ein Fruechtegeschaeft.
Ich bin begeistert ! Ein ganzes Regal voll frischer Kraeuter, saeuberlich gebuendelt. Verschienene Gruentoene – die meisten kenne ich nicht. Unter anderem liegen da Schnittlauch, Petersilie und frischer Kardamom. Huebsch aufgestapelte Tuerme aus Auberginen und Gurken, verschiedene Apfelsorten, Orangen, Kiwis, Papaja, Melonen, Mangos, Ananas in allen Groessen, Nuesse, verschiedenste Gemuesesorten. Mila waehlt sorgfaeltig aus und mir steckt der Verkaeufer alles moegliche zum Probieren zu. Er scheint von meiner Begeisterung angesteckt zu sein. Da ich wirklich nicht alles essen kann, gibt er mir eine Tuete und packt die Geschenke ein. Als naechstes machen wir Halt in einem kleinen « Tante-Emma-Laden ». Auch hier sind nur Maenner als Verkaeufer taetig. Hohe Regale, schmale Flure, aber fast alles im Angebot. Und im Vergleich zu Deutschland sehr preiswert. Mila kauft fuer sich einige Dinge ein und ich brauche nichts und habe auch gar kein Geld, um etwas einzukaufen. Mein Vorschuss wird wohl erst heute nachmittag kommen. Dann zeigt mir Mila noch einen grossen Supermarkt,der einzige, der morgens um 8.oo h schon oeffnet. Die uebrigen Geschaefte oeffnen erst um 10 h und haben dann wieder von 14 bis 17 h geschlossen. Dafuer kann dann abends jeder seinen Laden auflassen, solange er moechte. Allerdings muss man damit rechnen, dass zu den Gebetszeiten auch mal kurz geschlossen ist. Heute hat es ca 30 Grad und es ist ausgesprochen angenehm.
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Na ja, das ganze Tagebuch hat 100 Seiten, also belasse ich es bei diesen Auszügen.
Aber es war alles in allem eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte.
Trotzdem: es war auch eine kalte und oberflächliche und freudlose Zeit. Ich hätte nie gedacht, dass Geld sooo unglücklich machen kann. Wunschlos zu leben ? Nein danke! Dann lieber doch etliche unerfüllte Wünsche.
Donnerstag, 2. Oktober 2003
erste Tage in Jeddah
Tja, nun wird es richtig Ernst. Um mich herum tiefverschleierte Frauen in schwarz, versunken im Gebet, Gebetskraenze in den Haenden. Die Maenner verschwinden in ihren Anzuegen einer nach dem anderen mit gefalteten weissen Tuechern in den Haenden und kommen barfuss in Sandalen mit Muetzchen auf dem Kopf wieder zurueck. Mit ihren gefalteten Anzuegen geben sie auch ihre europaeische Einstellung und Denkweise zum Aufbewahren an ihre Frauen ab? Nur wenige Europaer sitzen hier, davon gerade noch 2 Frauen.
Von Frau Dr. Kraft, die ich in Friedrichshafen auf dem Flugplatz kennenlernte, habe ich mich verabschiedet. Sie reist nach Rom weiter. Nach meiner Rueckkehr werde ich ihr mal berichten. Auch sie ist fasziniert von “meinem Mut”.
Meine Gedanken sind bei meinen Jungs: ist es richtig, was ich vorhabe? … oder bin ich doch eine egoistische Rabenmutter, die ihren Juengsten einer “fremden” Familie ueberlaesst? Gestern und heute hatte ich Matthi nochmals gefragt, ob das fuer ihn auch ok sei. Sagt er nur mir zu Liebe “ja” ? Als ich mich in FN von ihm (und auch von Nadine) verabschiedete, bekam ich einen Hauch von dem Trennungsschmerz zu spueren, der einen laengeren Abschied begleiten wuerde. Traenen kommen hoch und ich gehe schnell durchs Gate, um es ihm nicht auch noch schwer zu machen. Trotzdem: eine SMS muss noch sein: “ ich habe euch sehr lieb !” – und von ihm zurueck: “wir haben dich auch lieb! Dein Matthias und Deine Nadine”. In Frankfurt suche ich nochmals meine Familie: Ich rufe Thomi und Kathi an. Loslassen? Es ist schwerer fuer mich als erwartet.
Selbst jetzt in FfM beim Schreiben kommen mir nochmals die Traenen.
Der weissgekleideten Araber um mich herum werden immer mehr. Gebetsteppiche werden direkt neben mir ausgebreitet. Die Maenner knien mitten am Flugplatz nieder, verbeugen sich (nach Mekka?) . Eine kleine Insel Arabien mitten der europaeischen Hektik. Rundum geht das Leben weiter. Die Lautsprecherdurchsage bringt Bewegung in die Gruppe. Deutschland und damit Europa verabschieden sich von mir.
Der Lufthansa/Flieger ist fast voll. Und ich bin ploetzlich “Gast” in der multikulturellen Welt. Ich befinde mich inmitten von Italienern, Spaniern, Arabern. Der suessliche Duft des Orients liegt bereits schwer in der Luft. Er wird wohl mein Begleiter in den naechsten Wochen sein. Wenn ich noch irgendwelche Zweifel gehabt haette; jetzt waere es mir klar. Die Bildschirm- und Lautsprecheransagen sind Deutsch, Arabisch und Englisch. Ich habe einen Flurplatz gewaehlt, damit ich bei 5,5 Std. Flug nicht so gefangen auf meinem Fensterplatz sitzen muss. Bei der Flughoehe und den Wolken sieht man auch nicht viel.
Geschwindigkeit: 560 mph – Hoehe 35.000 feet – Temp -58 Grad C ueber den griechischen Inseln.
19.20 h (deutsche Zeit) = 20.20 h Ortszeit Jeddah. Wir sind gelandet. Die Lautsprecherdurchsage laesst mich aufhorchen und auch zusammenzucken: “… die Damen werden gebeten, eine Kopfbedeckung anzulegen.” Wumms … die habe ich natuerlich nicht dabei. Ich sehe mich schon verhaftet, weil ich kein Kopftuch trage. Etwas verunsichert gehe ich die Gangway runter. Unten fahren 2 dicke Daimler vor, jeweils 2 in weisse Tuecher gehuellte Herren steigen aus und holen ihre Fluggaeste ab. Am Fusse der Treppe stehen auf beiden Seiten bewaffnete Araber. Schreck und Panik – aber nichts geschieht. Die beiden deutschen Frauen mustern mich aber trotzdem mitleidig waehrend der Busfahrt zum Flughafengelaende. Im zeltartigen Flugplatzgebaeude werde ich dann von einem Mitarbeiter von Shk Kaled erwartet. Erleichterung!
Vorbeigelotst an den Einreiseschlangen komme ich an einen extra fuer mich geoeffneten Schalter. Computerausfall! Ich setze mich neben einige wartende Musliminnen in einer schoenen Ledergruppe. Mein Abholer erledigt alles fuer mich. Praktisch. Ich nutze die Zeit, um das WC aufzusuchen. Hinter mir ertoent ein lautes: STOP!. Schreck! Das fehlende Kopftuch? Nein, ich war nur auf der falschen Seite gelaufen. Das ging ja nochmals gut. Im WC dann 3 Tueren: 1.Tuer: emailliertes Loch im Boden und Gartenschlauch an der Wand. Kein Haltegriff, kein Aufhaenger fuer die Taschen: Akkrobatik waere gefordert! 2.Tuer: das selbe. Also gut….. Ich habe alles relativ unfallfrei geschafft, die Rinne ausgespritzt mit dem Schlauch und ich war immer noch trocken. Habe ich gut gemacht! Raus, Haende waschen. Im Spiegel sehe ich durch die offene Tuer das 3. WC: Shit! Das waere ein europaeisches gewesen. Na ja ….
Zurueck auf meinen Sessel und weiter warten. Der Flughafen wimmelt von bewaffneten Polizisten / Militaer? Aber jetzt weiss ich: es ist nicht wegen meiner offenen Haare. Ich hole mein Tagebuch raus und nutze die Zeit unter den fragenden Blicken der Bewaffneten. Irgendwie ist alles wie zuhause im Buero. PC geht nicht. Alle reden Dinge, die ich nicht verstehe, der Grund des Ausfalls ist keinem klar. Jeder wartet auf seinem Platz – mit einem Unterschied: alle sind froehlich. Kaffee wird gebracht. Die Mitarbeiter gruppieren sich an einem Schalter. Die Schlange der Wartenden wird immer laenger. Die Flughafenbusse bringen fleissig Nachschub.
Jetzt kommt auch mein Fahrer. Sein Telefon klingelt ununterbrochen. Er wird unruhig “Sidi” macht wohl Druck. Und dann ist alles wieder ok und ich bekomme meinen Pass zurueck. Mein Abholer bringt mein Gepaeck zum Ausgang und dort warten 2 Araber auf mich. Eskortiert von allen 3en gehe ich ueber den kreuz- und quer beparkten Vorplatz, die heisse, feuchte Luft gefuellt mit lauten arabischen Stimmen. Dann die Fahrt durch die hell erleuchtete Vorstadt, lange Alleen, Palmenhaine und immer im Hintergrund den 220 m hohen Springbrunnen. Vorbei am Verwaltungs-Glas-Palast meines Arbeitgebers, vorbei am Koenigspalast und dann biegt der Jeep ab in die Einfahrt des “Hauses”, wie diese Residenz von allen bescheiden genannt wird. Direkt nach der Einfahrt eine wunderschoen angelegte Sichtschutzmauer, der Weg biegt zuvor ab und hinter der Mauer ein Gedicht von angestrahlten Palmen, der gesamte Innenhof aus Marmorboeden, hohe Saeulen, Spitzboegen und das “Haus”. Wo faengt es an, wo hoert es auf? Fliessender Uebergang zwischen Haus und Garten, lange Flure. Sk Khaled kommt mir entgegen, flankiert vom Buttler und Assad, den ich schon von meinem Vorstellungsbesuch in Cannes her kenne. Sk Khaled begruesst mich sehr herzlich und entschuldigt sich fuer die Unbill am Flughafen. Ob die wenigstens alle freundlich zu mir waren? Aber ja ! Erst etwas essen oder erst kurz aufs Zimmer? Vorbei an den Kinderraeumen, Ahmed, Haja und Dana schlafen schon, Lulu habe ich kurz begruesst. Vorbei an Lern- und Spielzimmer, liegt am Ende des Flurs mein Zimmer. Hell erleuchtet, frisches Obst und Blumen, Wasserkaraffe auf dem Nachttisch, ein Kleiderraum, ein Bad. Handtuecher, Seifen, Cremes, Shampoos, Deo, Q-Tips, Kleenex, Bademantel … alles da! Ich mache mich kurz frisch und suche den Rueckweg. Den langen Gang zurueck bis zum Eingang, rechts abbiegen und dann stehe ich in der naechsten Halle und weiteren Fluren. Geschirr klappert – da scheint es zur Kueche zu gehen. Also links ab, ich hoere den Fernseher. Die Frau des Hauses (Madame Olfat) telefoniert. Sie winkt mich herein. Sir Khaled im weissen Kaftan bittet mich zu sich aufs Sofa. Der Buttler (Malcolm) und ein Diener stehen im Hintergrund. Champagner? Aber doch: Begruessungstrunk. Herzlich willkommen! Madame begruesst mich wie eine alte Freundin: Ahmed hatte heute seinen ersten Schultag (eine Woche spaeter, da er noch einen Unfall mit dem Jetski hatte und sich dabei eine Kopfverletzung zugezogen hatte).
Mir wird Salat serviert, dazu Putensandwiches und Pommes. Vor den Tisch ein kleiner Schemel – das ist mein “Stuhl”. Wir erzaehlen uns und lachen viel. Fuer die Eltern scheint alles bereits beschlossene Sache zu sein. Ab wann ich denn Weihnachten in der Schweiz sein koenne ? Man muesse das Chalet buchen.
Tja, fruehestens ab 26.12. – ich setze aber gleich dazu: die 2 Wochen wird es doch sicher noch Zeit haben? Ich soll mich wie zuhause fuehlen, mir alles ansehen, mich frei bewegen, morgen erst mal ausschlafen, dann schwimmen gehen, fruehstuecken und um 11.oo h mit Madame zur Schwiegermutter fahren. Danach holen wir gemeinsam die Kinder von der Schule ab.
Ich gehe auf mein Zimmer, packe meinen Koffer aus, stelle meine Uhr 1 Stunde vor, geniesse nochmals den Blick aus meinem Fenster in die angestrahlten Baeume und lasse den Tag Revue passieren. Von meinem Zimmer aus kann ich nachhause telefonieren. Aber heute ist es zu spaet dazu: 1.oo h in Deutschland. Mein Aufenthalt hat begonnen.
Sonntag, 21.9.03
7.oo h – draussen ist es hell und ich hoere die Kinder im Flur. Eigentlich sollte ich aufstehen, aber 1 Std. spaeter wache ich wieder auf. Es ist angenehm kuehl im Zimmer und kaum zu glauben, dass es draussen heiss sein soll. Ich dusche und werfe meine Schmutzwaesche in den Korb. Am Kinderfruehstueckstisch wartet Mila auf mich. Jetzt erst sehe ich die “Kleinkueche” in der Ecke des Spielzimmers. Mila, Josi und Susi trinken mit mir Kaffee. Anschliessend gehe ich einmal ums Haus. Die Einfahrt ist ein einziges Marmorpuzzle, gepflegt angelegte Rasen- und Blumenbeete im Wechsel. Sitzgruppen an jeder Ecke, Wege zwischen den Baeumen, ein wunderschoenes geschnitztes Gartenhaus so gross wie meine Wohnung. Staun! Und dann hoere ich Wasser plaetschern und naehere mich einer grossen Anlage: Felsen, Wasserfall, Bruecken, Pools und Sitzgruppen in Nischen … ueberall Palmen und haushohe Benjaminis dazwischen. Dahinter der Spielplatz: ein Spielhaus, ein Baumhaus (beide eingerichtet und mit Klimaanlage versehen). Ueberall Wasserlaeufe mit Springbrunnen dazwischen. Um die Ecke komme ich an die Garagen, die Tiefgarage wird nur als Anlieferungszone benutzt – erfahre ich spaeter. Mindestens 4 Gaertnern bin ich auch meinem Weg begegnet, einem Fensterputzer und etlichen Fahrern. Zurueck in die Kuehle des Hauses. Sir Khaled ist auf dem Weg zur Arbeit … er kommt 14.30 h zum Lunch wieder. Seine Mutter ist leider bereits abgereist nach London, mit dem Besuch wird es also vorerst nichts. Dann treffe ich Madame im Haus. Sie moecht mit mir in die Stadt, haendigt mir “meine Abbaja” aus und den samt- und strassgeschmueckten Schal dazu. Den darf ich aber einfach um den Hals haengen lassen und muss mich nicht damit verhuellen. Insgesamt fuehlt es sich nicht schlecht an, und die Ausgeschlossenheit, die ich auf dem Flugplatz empfand, ist verflogen. Der weisse Daimler samt Fahrer wartet vor dem Haus. Madame zeigt mir die mall: riesige Einkaufszentren mit allen gaengigen Designernamen … eines nach dem anderen. “Hier kann man wunderschoen einkaufen” meint sie. Sehe ich auch so …. Aber ueber ihr Kartenspiel an gedeckten Scheckkarten verfuege ich leider (?) nicht. Sie kauft ein Paar Varucci(?)-Schuhe, waehlt sorgsam aus den Scheckkarten und legt damit 1400 SR auf den Tisch. Einfach viel preiswerter als in Paris! Wir gehen Kaffee trinken. Es muss ein “Starbucks” sein. Der Driver faehrt kreuz und quer und sucht. Kaffee, Wasser - wir unterhalten uns. Entspannt, ungezwungen … Die angefangene Wasserflasche steckt Madame in die Handtasche. Wir machen eine Stadtrundfahrt. Am Meer entlang. Orientalische Gebaeude, viele Baustellen, viele Fun-Plaetze fuer die Kids. Aber einladend.
Es wird Zeit, die Kinder von der Schule abzuholen. Strassenschwellen, Schranken, wir sind da. Das Schulgelaende ist von einer hohen Mauer umgeben – wie alle Grundstuecke hier. Wir gehendurch das Eingangstor und stehen in einer Schleuse, ca. 2 x 2 m, aber 4 m hoch. Ein kleines Guckfenster, ein Waechter: wohin wollen wir? Passierschein? Es ist bruetend heiss in dem Quadrat. Wir duerfen passieren und sind jetzt auf dem Gelaende der “British International School of Jeddah”, der Continentalschool. Ein weitflaechiges, offenes Gelaende mit Strassen, Gehwegen, Wiesenflaechen. Eine Gruppe Kinder kommt vom Schwimmunterricht zurueck, sie laufen in ihren Badeanzuegen mit den Handtuechern ueber den Schultern ueber die Strasse. Es gibt einen Kindergarten, Grundschule, Mittelschule und Highschool. Hier ist es ruhig und verkehrsfrei, vor jedem der Gebaeude ist ein altersgerechter Spielplatz mit Rutschen, Klettergeruesten, Sandkaesten und natuerlich viel Wasser. Jedes Kind hat vor dem Klassenzimmer einen Haken, an dem es seine Sachen aufhaengen kann. Jacken haengen hier bei der Temperatur natuerlich keine. Die Schulkinder bieten alle ein einheitliches Bild: Schuluniform ist Pflicht – weisse Poloshirts mit dem Schoollabel, blaue Hose, weisse Socken und weisse Schuhe. Wir holen Dino, den Erstklaessler direkt im Klassenzimmer ab und seine Lehrerin uebergibt ihn uns. Haya darf sich schon frei auf dem Gelaende bewegen und sie wartet auf den Baenken des ueberdachten und beschatteten Vorplatzes ihres Schulgebaeudes auf uns. Am Ausgang des Schulgelaendes ist aber erst mal Stop fuer die Kids: hier koennen die Kleinen nur in Begleitung der Eltern bzw.der Abholberechtigten passieren.
14.30 h ist heute Lunchtime mit Papa im Dinnerroom der Familie. Assad fuehrt mich an meinen Platz, rueckt mir den Stuhl zurecht und schenkt mir Wasser in den silbernen Kelch. Der grosse Glastisch ist wunderschoen gedeckt – Blumen liegen verstreut auf der Platte, farblich abgestimmte Tischsets, Servietten, Silberbesteck und vor jedem Gedeck in Silberbecher fuer das Wasser. Daneben die Wein- und Saftglaeser. Die gleichen Blumen bluehen in den Vasen auf Sideboards an den Schmalseiten des Esszimmers. Heute ist das Esszimmer mit dem Rosentalgeschirr ‘le voyage de marco polo’ eingedeckt. In den vielen Platten und Schalen liegen Artischockenherzensalat, gemischte Salate, Fisch, Spargel, Spaghetti, Reis und Gemuese, dazu Brot und orientalische Fladen und in kleinen Schaelchen Auberginendips. Lecker ! Assad serviert und der Butler Malcolm ueberwacht alles diskret im Hintergrund und greift zwischendurch selbst ein, wenn an beiden Tischseiten die Teller gleichzeitig geleert sind. Zwischendurch kommen Haya, Lulu und Dana aus der Schule. Die einzige, die mich ehrlich und froh begruesst, scheint mir Dana zu sein. Die Kinder blocken ab und geben mir in tausend Kleinigkeiten zu verstehen, dass ich “nicht dazu gehoeren” soll. Tja …..
Spaeter setze ich mich im Spielzimmer an den Tisch und beginne Fische zu falten. Haya wird neugierig … und setzt sich dann doch zu mir. Dino wird ins Karate gefahren, Dana zum Fitnesstudio. Die einzige, die sich an diesem Nachmittag auf ihre Hausaufgaben konzentriert, ist Dana. Die uebrigen sind ausgesprochen uebellaunig. “Das ist normal und immer so” meint Mila. O je ……
Dino hat eine Allergie, Dr. Josef kommt ins Haus. Madame hat Gaeste. Sk Khaled ist um 21.30 h aus dem Office zurueck. 22.30 h sind die Kinder dann endlich alle im Bett und Ruhe kehrt ein.
Montag, 22.9.2003
7.05 h: Mila “sorry, I’m late …..” – sie hatte mich vergessen. Duschen und raus ins Spielzimmer an den Fruehstueckstisch. Alles schreit “HAYA!”. Was ist denn hier los? Die Kleine will nicht zur Schule, steht im Schlafanzug in einer Ecke ihres Zimmers, schreit, weint …. “I’m ashamed”, tja … ohne Hausaufgaben ist es durchaus peinlich, in die Schule zu gehen. Dana kommt: “Du gehst! Du hast zu gehen! Ziehe dich um !”
“NO” – “I’ll tell it Baba und Mama” – sie rauscht in ihrer Abbajah ab. Die langen schwarzen Stoffbahnen wallen hinter ihr her. Darunter traegt sie T-Shirt und Shorts, Socken und Turnschuhe. Sie kommt zurueck. “Baba say: you have to go!” Schreien, weinen, ins Bad fluechten, Tuere zuhalten. Jetzt tritt die Aelteste, Lulu, auf. Ernst und laut: “You have to go!”
Ich verspreche den Maedchen, dass Haya gehen wird und die beiden gehen nun, flankiert von Susi, zum Auto. Sie muessen durch ein Hausmaedchen begleitet werden. Der Fahrer steht bereits ungeduldig in der Einfahrt.
Mila verhandelt geduldig mit Haya weiter – Haya verweigert standhaft. Jetzt reicht es mir. STOP! Haya gebe ich 2 Minuten Zeit im Bad, um sich umzuziehen. Mila schicke ich auf den Flur und mache die Tuere hinter ihr zu. Die Arme! … sicher macht sie sich Sorgen, was nun wohl mit ihrem Baby geschieht. Haya verbruellt ihre Zeit im Bad und ich gehe wieder zu ihr rein, ziehe sie mit Nachdruck nun selbst um und begleite sie und Mila vorsichtshalber zur Schule. Die Verhandlungen mit der jungen Dame sind abgeschlossen.
Zurueck ins Haus. Dino sitzt im Bett und liest. Tess kommt und fragt, wann ich zu Toys R us fahren moechte. Gestern hatte ich mit Madame gesprochen, dass ich Legosteine kaufen wolle. Grundsteine gibt es hier genug, aber keine Tueren, Fenster, Raeder … Ausserdem habe ich keinen Foehn in meinem Zimmer. Tess wird einen kaufen gehen.
Uebrigens: meine Waesche werfe ich jetzt schon ganz selbstverstaendlich in den Korb.
Spaeter macht Malcolm mit mir die Fuehrung durch das Haus: Vom Haupteingang aus gesehen ist links der offizielle Part des Hauses – Wohnsalon mit 4 grossen Sitzgruppen und ein Fluegel, Gaeste-WC’s, Gaesteraum mit Badezimmer, das Buero von Scheich Khaled und ein Speisesaal fuer ca. 36 Personen. Nicht zu vergessen: das Museum von Madame, hohe Glasvitrinen beinhalten alte, wertvolle Glaeser, Teller, Schmuck ….
Zentral liegt das Familienwohnzimmer, das Esszimmer, ein weiteres Gaeste-WC, die Familienkueche. Ein weiterer Trakt beinhaltet die Elternraeume: Wohnzimmer, Schlafzimmer, ein riesiges Bad, die Ankleideraeume, ein Friseurzimmer, ein Vorraum.
Im Untergeschoss zeigt er mir die grosse, mit allen Schikanen ausgestattete Zentralkueche, das Wasch- und Buegelzimmer in dem Sarah den ganzen Tag werkelt, Personalschlafraeume, sein Buero, ein voll ausgestattetes Cinema mit Vorraum – eine Bar und nicht zu vergessen die Popcornmaschine, wir laufen hier auf tiefen weichen Teppichen und an den Waenden haengen in Silberrahmen die Kinoposter. 2 saalartige Tresorraeume bewahren die nicht benoetigten Geschirr- und Silberteile auf sowie die Kleidungs- und Moebelstuecke, die derzeit nicht benoetigt werden. Wir gehen durch den Anlieferungstrakt und die Tiefgarage hinaus in den Garten.
Ein riesiges, wunderschoen aus Holz geschnitztes Gartenhaus beherbergt ebenfalls eine eigene Kueche sowie Toilettenanlagen, eine lange Theke und viele Polstergruppen. Waehrend des Ramadans wird dieses Haus als Aufenthaltsraum und Essraum fuer die vielen Gaeste genutzt, manchmal auch als Partyraum fuer die Kinder. Der Garten selbst ist gross und sehr schoen angelegt: ein mehrstufiger und abgerundeter Pool windet sich um grosse Felsanlagen, eine eingelassene Poolbar, durch den Fels fuehrt die Wasserrutsche der Kinder, mehrere Whirlpools, eine kimatisierte ueberdachte Essecke, viele Veranden und ueberall einladend gruppierte Liegestuehle und Sitzgruppen.
Die hohen Palmen und Benjaminibaeume werfen den dringend benoetigten Schatten, eine japanische Holzbruecke fuehrt zu einer kleinen Liegegruppe. Ich bin tief beeindruckt.
Malcolm gibt mir nun 500 SR, das sind ca. 120 Euro. 240 Rial gebe ich aus, den Rest bringe ich zurueck. Sehr fuendig bin ich hier nicht geworden: lauter Actionfiguren, Fantasieautos und Kriegsspielzeug. Das ist es nun wirklich nicht, was ich fuer den kleinen Jungen wollte. Ich greife also nach dem Karton mit den Basketballspielern und fahre heim, bzw. Lasse mich heimfahren.
Das Mittagessen war dann mein naechster Schock! Wir sitzen mit den Eltern im Dinnerroom als Lulu und Haya unter lautstarkem Gebruell heimkommen. Haya hat den Arabisch-Unterricht geschwaenzt und Lulus Freundin hat sie dabei erwischt. Dann geraten auch noch Lulu und ihre Mutter aneinander. Als die Ermahnungen des Vaters nichts nutzen, fluechtet er. Lulu zieht sich murrend ebenfalls ohne gegessen zu haben, zurueck. Haya hat erst mal wieder Oberwasser. Sie beschliesst, mich zu ignorieren und ich mache das Spiel mit. Dino ist hellauf begeistert von seinen Basketball-Legos und wir setzen uns zusammen auf den Boden und basteln den ganzen Nachmittag mit den neuen Legos herum. Lulu hat Russisch-Unterricht, Dana geht ins Fitnesstudio und Haya schmollt bei Mama. Also haben wir einen ruhigen Nachmittag. Beim Abendessen hat Haya dann Dino wieder ueberzeugt, dass ich “boese” bin und er rueckt wieder weit von mir ab. Ich esse alleine mit Lulu. Sie erzaehlt mir ein bisschen von der Schule und dass sie gerne nach diesem Schuljahr in die Schweiz zur Schule gehen wuerde. Schulzeit dort abschliessen. Was danach ist, weiss sie noch nicht. Einfach erst mal Zeit gewinnen. Spaeter kommen dann doch Haya und Dino noch an den Tisch und verhalten sich wieder ganz normal. Dana kommt mit Muskelkater aus dem Center zurueck – trotzdem ist sie sehr zufrieden: sie hat diese Woche bereits 1,5 kg abgenommen durch das Training und nun trinkt sie frischen Ananassaft zur Abkühlung.
Als Haya im Bett liegt und auch Mila sich mit Dino hingelegt hat, leihe ich mir von Lulu einen Foehn und gehe schwimmen. Es ist unglaublich schoen: die Baeume sind angestrahlt, das Wasser glaenzt – Lichterbaender an den Uferraendern und den Treppenkanten sowohl im Wasser als auch auf den Wegen
– Stille bis auf das Zwitschern einiger Voegel und dem Plaetschern des Wassers – Die Felsnischen und Grotten sind alle ausgeleuchtet. Ein Traum ! Die Luft ist immer noch ausgesprochen warm und das Wasser kann sogar von mir problemlos betreten werden – also hat es ca. 30 Grad. Zum Schwimmen voellig ungeeignet, aber relaxing! Ich bleibe 1 Stunde im Wasser, lege mich auf den Ruecken und lasse mich treiben, schaue in die Sterne. Spaeter klettere ich durch die Felsen, erkunde die Hoehlen und entdecke darin die Whirlpools. Jetzt bin ich wirklich muede, gehe zurueck ins Zimmer, schliesse die Aussentuere wieder ab, versuche meine Haare zu foehnen und muss feststellen, dass dies bei der hohen Luftfeuchtigkeit eine endlose Beschaeftigung wird. Dann schlafe ich ein. Angst brauche ich in weder in diesem Haus, das hochgesichert ist, zu haben, noch in diesem Land. Denn wer laesst sich schon gerne fuer Diebstahl die Hand abhacken oder fuer groebere Uebergriffe koepfen? Und das ganze findet dann auch noch als oeffentliche Veranstaltung auf dem Marktplatz statt.
Dienstag, 23. September 2003
6.45 h wache ich auf. Vor meinem Zimmer hoere ich die Fahrer lachen und rufen. Sie sind bereit fuer den Tag und holen die Autos bereits aus den Garagen. Ich gehe in mein Bad. Dana schreit auf dem Flur: “O my good, MILA! I’m too late! It’s 7.20 h.” Ich bin fertig, gehe raus. Mila, Dino und Haya am Frueckstueckstisch. Susi ist bereits beim Aufraeumen der Zimmer. Lulu ist noch im Bad. Ich begleite die beiden Grossen zur Schule. Sie sind in der gleichen Schule, wie die Kleinen, aber auf einem anderen Teil des Gelaendes. Lange Autoschlangen kaempfen sich auf der Zufahrtsstrasse zur Schule Meter um Meter vorwaerts. Fahrbahnmarkierungen werden hier tapfer ignoriert, Hupen ersetzt jede Regel – oder ist es die Regel? Keines der Kinder steigt auch nur 1 m vor dem Eingangstor aus. Dana ist im Auto froehlich wie immer, Lulu ist – wie ich es auf dem Vordersitz verstehe – sauer: morgen soll Josi wieder mit ihnen zur Schule fahren. Aber Josi arbeitet fuer Madame. Auf der Heimfahrt sitze ich dann auf dem Ruecksitz des Wagens – nur Ehepaare sitzen gemeinsam vorne. Unverheiratete, Freunde oder auch Angestellte sitzen niemals gemeinsam vorne, es sei denn, das Auto ist voll.
Heute faellt mir erst richtig auf, wie sehr gesichert der gesamte Bereich ausserhalb der Schulmauern ist: an der Abbiegung zur Schule steht bereits das erste Polizeiauto und die Polizisten mit ihren MPs griffbereit schauen in jedes Auto bevor man einige Meter weiter die ebenfalls wieder bewachte Schranke passieren darf. Dann windet man sich um grosse Betonbloecke herum bis man zum Schuleingang kommt. Bis zum weiter hinten liegenden Eingang der Grossen sind weitere hohe Strassenschwellen zu ueberwinden sowie eine ganze Reihe dieser halbstrassenbreiten Betonbloecke zu umfahren. Und dazwischen sind zusaetzlich noch weitere Kontrollhaeuschen, besetzt mit bewaffneten Polizisten. Mit Passkontrollen muss man rechnen, aber es ohnedies nicht erlaubt, ohne den Pass bzw. die Iquama in die Stadt zu gehen.
Heute morgen laesst sich Dino von mir baden und die Haare waschen. Das ist mal ein schoenes Erlebnis. Anschliessend spielt er bei mir mit seinen Lego-Basketballern. Ein ganz normales Spielkind. Jetzt wieder!
12.oo h. Madame kommt und sitzt mit Dino bis 14 h vor dem TV. Die meiste Zeit hat sie ihr Handy am Ohr und telefoniert und der Kleine schaut einen Unsinn nach dem anderen an.
14 h : Dino und ich nehmen den Lunch im Spielzimmer ein. Sir Khaled kommt heute spaeter zum Essen. Danach fahre ich zur Schule, um Haya abzuholen. Ich kann nur hoffen, dass sie sich nicht vor mir versteckt. Aber ich treffe sie am Girls-Ausgang – das ging ja nochmals gut. Auf dem Schulplatz habe ich Irene kennengelernt, die Frau des Oesterreichischen Konsuls. Sie hat 3 Kinder in dieser Schule. Eine sehr nette Frau. ‘Ja, „meine“ Familie kennt sie auch gut. Sehr nett, aber sie verlangen viel Diskretion von ihrem Personal. Und die Kinder ……. ‘
Zuhause kommt dann gleich Ingrid, die Deutsch-Lehrerin. Haya will erst noch telefonieren, also spiele ich wieder mit Ahmed. Danach das uebliche Hausaufgabenproblem mit Haya. Viel Geschrei, Traenen, Wutausbrueche, Schimpfkanonaden auf mich. Madame moechte mit uns shoppen gehen. Haya braucht eine neue Schuluniformhose. Aber sie wird und wird nicht fertig. Josi ist jetzt bei ihr im Zimmer – und auf dem Flur hoere ich einen Zornausbruch nach dem anderen. Als Madame ihren Rundgang durch den Kindertrakt macht, beschwert sich Haya bei ihrer Mutter ueber mich. Ich gehe mit Madame in den Salon, Tee trinken. Selbst die Mutter bezeichnet ihre Tochter als “grosse Luegnerin” und Schauspielerin. Sogar die Mutter …
Um das Maedchen von den „Sorgen“ des Tages abzulenken, hat Mama jetzt die Idee, mit uns spazieren zu gehen. Ich freue mich auf etwas Bewegung und mache mich ausgehfertig. Zu meiner Ueberraschung steht in der Einfahrt aber Madames Auto und wir “spazieren” genau bis zum Ruecksitz und fahren die 3 Strassen weiter bis zur Tahlia-Street.
Eine Edelmeile! Hier ist alles vom Feinsten: die Gebaeude sind prachtvoll, die Strassen breit, Gruenanlagen an jeder Kreuzung. Was mir besonders gefaellt: durch schmale Gruenanlagen getrennt von der normalen 3-spurigen Fahrstrasse gibt es an den Einkaufsstrassen immer noch eine separate Strasse fuer die Anlieger bzw. die Besucher der Geschaefte. Damit ist der fliessende Verkehr nicht behindert und das Ein- und Aussteigen ist gefahrlos.
Bei Marc und Spencer finden wir nichts passendes, fuer Marco Polo ist dann zu wenig Zeit. Bei Thimberland gibt es dann endlich die neue Schulhose fuer Haya und bei Nike 2 Paar neue Schuhe. Als Madame die total ueberfluessigen Schuhe an der Kasse bezahlt, tippt die Kleine auf die Scheckkarte der Mutter und erklaert ihr mit einem strahlenden Augenaufschlag “I love you Mom”. Es ist ein Bild, das sich mir tief eingepraegt hat und fuer mich in den folgenden Tagen und auch spaeter noch sehr bezeichnend fuer das Familienleben war.
20 h sind wir wieder zurueck und Haya verbietet mir wieder ihr Zimmer. Mama bringt ihren Sohn zu Bett und liest ihm noch eine Geschichte vor. Das macht sie wunderschoen und melodioes: Mimik, Gestik, Tonfall, viel “achralla-achralla” – die fuer diese Sprache sehr kennzeichnenden Kehllaute. Aber ich finde es schoen.
21.30 h ist dann Ruhe im Haus. Ich gehe wieder schwimmen und finde Lulu
draussen vor. Sie suchte wieder die Ruhe. Ich kann das Maedchen gut verstehen.

Samstag, 20. September 2003
Jeddah - Testbesuch
Meine Gedanken sind bei meinen Jungs: ist es richtig, was ich vorhabe? … oder bin ich doch eine egoistische Rabenmutter, die ihren Juengsten einer “fremden” Familie ueberlaesst? Gestern und heute hatte ich Matthi nochmals gefragt, ob das fuer ihn auch ok sei. Sagt er nur mir zu Liebe “ja” ? Als ich mich in FN von ihm (und auch von Nadine) verabschiedetee, bekam ich einen Hauch von dem Trennungsschmerz zu spueren, der einen laengeren Abschied begleiten wuerde. Traenen kommen hoch und ich gehe schnell durchs Gate, um es ihm nicht auch noch schwer zu machen. Trotzdem: eine SMS muss noch sein: “ ich habe euch sehr lieb !” – und von ihm zurueck: “wir haben dich auch lieb! Dein Matthias und Deine Nadine”. In Frankfurt suche ich nochmals meine Familie: Ich rufe Thomi und Kathi an. Loslassen? Es ist schwerer fuer mich als erwartet. Beim Schreiben kommen mir nochmals die Traenen. Der weissgekleideten Araber um mich herum werden immer mehr. Gebetsteppiche werden direkt neben mir ausgebreitet. Die Maenner knien mitten am Flugplatz nieder, verbeugen sich (nach Mekka?) . Eine kleine Insel Arabien mitten der europaeischen Hektik. Rundum geht das Leben weiter. Die Lautsprecherdurchsage bringt Bewegung in die Gruppe. Deutschland und damit Europa verabschieden sich von mir. Der Lufthansa/Flieger ist fast voll. Und ich bin ploetzlich “Gast” in der multikulturellen Welt. Ich befinde mich inmitten von Italienern, Spaniern, Arabern. Der suessliche Duft des Orients liegt bereits schwer in der Luft. Er wird wohl mein Begleiter in den naechsten Wochen sein. Wenn ich noch irgendwelche Zweifel gehabt haette; jetzt waere es mir klar. Die Bildschirm- und Lautsprecheransagen sind Deutsch, Arabisch und Englisch. Ich habe einen Flurplatz gewaehlt, damit ich bei 5,5 Std. Flug nicht so gefangen auf meinem Fensterplatz sitzen muss. Bei der Flughoehe und den Wolken sieht man auch nicht viel. Geschwindigkeit: 560 mph – Hoehe 35.000 feet – Temp -58 Grad C ueber den griechischen Inseln. 19.20 h (deutsche Zeit) = 20.20 h Ortszeit Jeddah. Wir sind gelandet. Die Lautsprecherdurchsage laesst mich aufhorchen und auch zusammenzucken: “… die Damen werden gebeten, eine Kopfbedeckung anzulegen. Die habe ich natuerlich nicht dabei. Ich sehe mich schon verhaftet, weil ich keine Kopftuch trage. Etwas verunsichert gehe ich die Gangway runter. Unten fahren 2 dicke Daimler vor, jeweils 2 in weisse Tuecher gehuellte Herren steigen aus und holen ihre Fluggaeste ab. Am Fusse der Treppe stehen auf beiden Seiten bewaffnete Araber. Schreck und Panik – aber nichts geschieht. Die beiden deutschen Frauen mustern mich aber trotzdem mitleidig waehrend der Busfahrt zum Flughafengelaende. Im zeltartigen Flugplatzgebaeude werde ich dann von einem Mitarbeiter von Shk Kaled erwartet. Erleichterung! Vorbeigelotst an den Einreiseschlangen komme ich an einen extra fuer mich geoeffneten Schalter. Computerausfall! Ich setze mich neben einige wartende Musliminnen in einer schoenen Ledergruppe. Mein Abholer erledigt alles fuer mich. Praktisch. Ich nutze die Zeit, um das WC aufzusuchen. Hinter mir ertoent ein lautes: STOP!. Schreck! Das fehlende Kopftuch? Nein, ich war nur auf der falschen Seite gelaufen. Das ging ja nochmals gut. Im WC dann 3 Tueren: 1.Tuer: emailliertes Loch im Boden und Gartenschlauch an der Wand. Kein Haltegriff, kein Aufhaenger fuer die Taschen: Akkrobatik waere gefordert! 2.Tuer: das selbe. Also gut….. Ich habe alles relativ unfallfrei geschafft, die Rinne ausgespritzt mit dem Schlauch und ich war immer noch trocken. Habe ich gut gemacht! Raus, Haende waschen. Im Spiegel sehe ich durch die offene Tuer das 3. WC: Shit! Das waere ein europaeisches gewesen. Zurueck auf meinen Sessel und weiter warten. Der Flughafen wimmelt von bewaffneten Polizisten / Militaer? Aber jetzt weiss ich: es ist nicht wegen meiner offenen Haare. Ich hole mein Tagebuch raus und nutze die Zeit unter den fragenden Blicken der Bewaffneten. Irgendwie ist alles wie zuhause im Buero. PC geht nicht. Alle reden Dinge, die ich nicht verstehe, der Grund des Ausfalls ist keinem klar. Jeder wartet auf seinem Platz – mit einem Unterschied: alle sind froehlich. Kaffee wird gebracht. Die Mitarbeiter gruppieren sich an einem Schalter. Die Schlange der Wartenden wird immer laenger. Die Flughafenbusse bringen fleissig Nachschub. Jetzt kommt auch mein Fahrer. Sein Telefon klingelt fleissig. Er wird unruhig “Sidi” macht wohl Druck. Und dann ist alles wieder ok und ich bekomme meinen Pass zurueck. Mein Abholer bringt mein Gepaeck zum Ausgang und dort warten 2 Araber auf mich. Eskortiert von allen 3en gehe ich ueber den kreuz- und quer beparkten Vorplatz, die heisse, feuchte Luft gefuellt mit lauten arabischen Stimmen. Dann die Fahrt durch die hell erleuchtete Vorstadt, lange Alleen, Palmenhaine und immer im Hintergrund den 220 m hohen Springbrunnen. Vorbei am Verwaltungs-Glas-Palast der Juffalis, vorbei am Koenigspalast und dann biegt der Jeep ab in die Einfahrt des “Hauses”, wie diese Residenz von allen bescheiden genannt wird. Direkt nach der Einfahrt eine wunderschoen angelegte Sichtschutzmauer, der Weg biegt zuvor ab und hinter der Mauer ein Gedicht von angestrahlten Palmen, der gesamte Innenhof aus Marmorboeden, hohe Saeulen, Spitzboegen und das “Haus”. Wo faengt es an, wo hoert es auf? Fliessender Uebergang zwischen Haus und Garten, lange Flure. Sir Khaled kommt mir entgegen, flankiert vom Buttler und Assad, den ich schon von meinem Vorstellungsbesuch in Cannes her kenne. Sir Khaled begruesst mich sehr herzlich und entschuldigt sich fuer die Unbill am Flughafen. Ob die wenigstens alle freundlich zu mir waren? Aber ja ! Erst etwas essen oder erst kurz aufs Zimmer? Vorbei an den Kinderraeumen, Ahmed, Haja und Dana schlafen schon, Lulu habe ich kurz begruesst. Vorbei an Lern- und Spielzimmer, liegt am Ende des Flurs mein Zimmer. Hell erleuchtet, frisches Obst und Blumen, Wasserkaraffe auf dem Nachttisch, ein Kleiderraum, ein Bad. Handtuecher, Seifen, Cremes, Shampoos, Deo, Q-Tips, Kleenex, Bademantel … alles da! Ich mache mich kurz frisch und suche den Rueckweg. Den langen Gang zurueck bis zum Eingang, rechts abbiegen und dann stehe ich in der naechsten Halle und weiteren Fluren. Geschirr klappert – da scheint es zur Kueche zu gehen. Also links ab, ich hoere den Fernseher. Frau Juffali (Madame Olfat) telefoniert. Sie winkt mich herein. Sir Khaled im weißen Kaftan bittet mich zu sich aufs Sofa. Der Buttler (Malcolm) und ein Diener stehen im Hintergrund. Champagner? Aber doch: Begruessungstrunk. Herzlich willkommen! Madame begruesst mich wie eine alte Freundin: Ahmed hatte heute seinen ersten Schultag (eine Woche spaeter, da er noch einen Unfall mit dem Jetski hatte und sich dabei eine Kopfverletzung zugezogen hatte). Mir wird Salat serviert, dazu Putensandwiches und Pommes. Vor den Tisch ein kleiner Schemel – das ist mein “Stuhl”. Wir erzaehlen uns und lachen viel. Fuer Juffalis scheint alles bereits beschlossene Sache zu sein. Ab wann ich denn, ob es Weihnachten in der Schweiz sein koenne ? Man muesse das Chalet buchen. Tja, fruehestens ab 26.12. – ich setze aber gleich dazu: die 2 Wochen wird es doch sicher noch Zeit haben? Ich soll mich wie zuhause fuehlen, mir alles ansehen, mich frei bewegen, morgen erst mal ausschlafen, dann schwimmen gehen, fruehstuecken und um 11.oo h mit Madame zur Schwiegermutter fahren. Danach holen wir gemeinsam die Kinder von der Schule ab. Ich gehe auf mein Zimmer, packe meinen Koffer aus, stelle meine Uhr 1 Stunde vor, geniesse nochmals den Blick aus meinem Fenster in die angestrahlten Baeume und lasse den Tag Revue passieren. Von meinem Zimmer aus kann ich nachhause telefonieren. Aber heute ist es zu spaet dazu: 1.oo h in Deutschland. Mein Aufenthalt hat begonnen.
Sonntag, 21.9.03
7.oo h – draussen ist es hell und ich hoere die Kinder im Flur. Eigentlich sollte ich aufstehen, aber 1 Std. spaeter wache ich wieder auf. Es ist angenehm kuehl im Zimmer und kaum zu glauben, dass es draussen heiss sein soll. Ich dusche und werfe meine Schmutzwaesche in den Korb. Am Kinderfruehstueckstisch wartet Mila auf mich. Jetzt erst sehe ich die “Kleinkueche” in der Ecke des Spielzimmers. Mila, Josi und Susi trinken mit mir Kaffee. Anschliessend gehe ich einmal ums Haus. Die Einfahrt ist ein einziges Marmorpuzzle, gepflegt angelegte Rasen- und Blumenbeete im Wechsel. Sitzgruppen an jeder Ecke, Wege zwischen den Baeumen, ein wunderschoenes geschnitztes Gartenhaus so gross wie meine Wohnung. Staun! Und dann hoere ich Wasser plaetschern und naehere mich einer grossen Anlage: Felsen, Wasserfall, Bruecken, Pools und Sitzgruppen in Nischen … ueberall Palmen und haushohe Benjaminis dazwischen. Dahinter der Spielplatz: ein Spielhaus, ein Baumhaus (beide eingerichtet und mit Klimaanlage versehen). Ueberall Wasserlaeufe mit Springbrunnen dazwischen. Um die Ecke komme ich an die Garagen, die Tiefgarage wird nur als Anlieferungszone benutzt – erfahre ich spaeter. Mindestens 4 Gaertnern bin ich auch meinem Weg begegnet, einem Fensterputzer und etlichen Fahrern. Zurueck in die Kuehle des Hauses. Sir Khaled ist auf dem Weg zur Arbeit … er kommt 14.30 h zum Lunch wieder. Seine Mutter ist leider bereits abgereist nach London, mit dem Besuch wird es also vorerst nichts. Dann treffe ich Madame im Haus. Sie moechte mit mir in die Stadt, haendigt mir “meine Abbaja” aus und den samt- und strassgeschmueckten Schal dazu. Den darf ich aber einfach um den Hals haengen lassen und muss mich nicht damit verhuellen. Insgesamt fuehlt es sich nicht schlecht an, und die Ausgeschlossenheit, die ich auf dem Flugplatz empfand, ist verflogen. Der weisse Daimler samt Fahrer wartet vor dem Haus. Madame zeigt mir die mall: riesige Einkaufszentren mit allen gaengigen Designernamen … eines nach dem anderen. “Hier kann man wunderschoen einkaufen” meint sie. Sehe ich auch so …. Aber ueber ihr Kartenspiel an gedeckten Scheckkarten verfuege ich leider (?) nicht. Sie kauft ein Paar Varucci(?)-Schuhe, waehlt sorgsam aus den Scheckkarten und legt damit 1400 SR auf den Tisch. Einfach viel preiswerter als in Paris! Wir gehen Kaffee trinken. Es muss ein “Starbucks” sein. Der Driver faehrt kreuz und quer und sucht. Kaffee, Wasser - wir unterhalten uns. Entspannt, Froehlich … Die angefangene Wasserflasche steckt Madame in die Handtasche. Wir machen eine Stadtrundfahrt. Am Meer entlang. Orientalische Gebaeude, viele Baustellen, viele Fun-Plaetze fuer die Kids. Aber einladend.
Es wird Zeit, die Kinder von der Schule abzuholen. Strassenschwellen, Schranken, wir sind da. Das Schulgelaende ist von einer hohen Mauer umgeben – wie alle Grundstuecke hier. Wir gehen durch das Eingangstor und stehen in einer Schleuse, ca. 2 x 2 m, aber 4 m hoch. Ein kleines Guckfenster, ein Waechter: wohin wollen wir? Passierschein? Es ist bruetend heiss in dem Quadrat. Wir duerfen passieren und sind jetzt auf dem Gelaende der “British International School of Jeddah”, der Continentalschool. Ein weitflaechiges, offenes Gelaende mit Strassen, Gehwegen, Wiesenflaechen. Eine Gruppe Kinder kommt vom Schwimmunterricht zurueck, sie laufen in ihren Badeanzuegen mit den Handtuechern ueber den Schultern ueber die Strasse. Es gibt einen Kindergarten, Grundschule, Mittelschule und Highschool. Hier ist es ruhig und verkehrsfrei, vor jedem der Gebaeude ist ein altersgerechter Spielplatz mit Rutschen, Klettergeruesten, Sandkaesten und natuerlich viel Wasser. Jedes Kind hat vor dem Klassenzimmer einen Haken, an dem es seine Sachen aufhaengen kann. Jacken haengen hier bei der Temperatur natuerlich keine. Die Schulkinder bieten alle ein einheitliches Bild: Schuluniform ist Pflicht – weisse Poloshirts mit dem Schoollabel, blaue Hose, weisse Socken und weisse Schuhe. Wir holen Dino, den Erstklaessler direkt im Klassenzimmer ab und seine Lehrerin uebergibt ihn uns. Haya darf sich schon frei auf dem Gelaende bewegen und sie wartet auf den Baenken des ueberdachten und beschatteten Vorplatzes ihres Schulgebaeudes auf uns. Am Ausgang des Schulgelaendes ist aber erst mal Stop fuer die Kids: hier koennen die Kleinen nur in Begleitung der Eltern bzw.der Abholberechtigten passieren.
14.30 h ist heute Lunchtime mit Papa im Dinnerroom der Familie. Assad fuehrt mich an meinen Platz, rueckt mir den Stuhl zurecht und schenkt mir Wasser in den silbernen Kelch. Der grosse Glastisch ist wunderschoen gedeckt – Blumen liegen verstreut auf der Platte, farblich abgestimmte Tischsets, Servietten, Silberbesteck und vor jedem Gedeck in Silberbecher fuer das Wasser. Daneben die Wein- und Saftglaeser. Die gleichen Blumen bluehen in den Vasen auf Sideboards an den Schmalseiten des Esszimmers. Heute ist das Esszimmer mit dem Rosentalgeschirr ‘le voyage de marco polo’ eingedeckt. In den vielen Platten und Schalen liegen Artischockenherzensalat, gemischte Salate, Fisch, Spargel, Spaghetti, Reis und Gemuese, dazu Brot und orientalische Fladen und in kleinen Schaelchen Auberginendips. Lecker ! Assad serviert und der Butler Malcolm ueberwacht alles diskret im Hintergrund und greift zwischendurch selbst ein, wenn an beiden Tischseiten die Teller gleichzeitig geleert sind. Zwischendurch kommen Haya, Lulu und Dana aus der Schule. Die einzige, die mich ehrlich und froh begruesst, scheint mir Dana zu sein. Die Kinder blocken ab und geben mir in tausend Kleinigkeiten zu verstehen, dass ich “nicht dazu gehoeren” soll. Tja …..
Spaeter setze ich mich im Spielzimmer an den Tisch und beginne Fische zu falten. Haya wird neugierig … und setzt sich dann doch zu mir. Dino wird ins Karate gefahren, Dana zum Fitnesstudio. Die einzige, die sich an diesem Nachmittag auf ihre Hausaufgaben konzentriert, ist Dana. Die uebrigen sind ausgesprochen uebellaunig. “Das ist normal und immer so” meint Mila. O je ……
Dienstag, 3. September 2002
Bodenseeschifferpatent

Und dann traf ich noch durch Zufall auf der CMT in Stuttgart auf den Stand der Segelschule. Gesagt- getan - und Termin vereinbart.Mittwoch, 2. September 1998
Florida-Rundreise
Als es absehbar war, dass auch mein Jüngster (Matthias) flügge wird, wollten wir noch einen gemeinsamen Abschlussurlaub machen. Er hatte die Wahl - und entschied sich (was mir auch sehr entgegenkam) für Florida. Und bevor sich Mutter und Sohn dann zu sehr aufeinander konzentrieren würden, haben wir eine Rundfahrt mit einer größeren Gruppe gebucht. Und wir hatten Glück: es waren wirklich sehr nette Leute dabei, mit denen auch Matthias sehr gut klarkam, was er dann beim Abschlussabend mit einem Tanz bestätigte.
Außerdem waren das die Tage, wo er sich kulinarisch eindeutig für Hummer entschieden hatte, was ja auch in Florida finanziell kein Problem war, er sich zuhause aber dann schnell wieder abgewöhnen musste.

Wir flogen nach Orlando (Entertainment - World famous Rosie O'Grady's Goodtime Emporium, The Cheyenne Saloon & Opera House, The Orchid Garden, Phineas Phogg's Dance Club, Apple Annie's Courtyard and Commander Ragtime's Midway of Fun, Food & Games) und dann gings zuerst natürlich in's World Disney World und in die Wonder Worlds (WonderworksVisitors will experience the trembling of earthquakes, be blown away by hurricane-force winds and surround themselves with some of the most unique virtual reality experiences available anywhere in the United States.The most eye-catching feature of WonderWorks is the attraction's dramatic exterior, a four-story tall, classically-designed building that appears to have landed, upside down, atop a 1930s era brick warehouse.WonderWorks is a fun-filled interactive center featuring a myriad of hands-on experiences and activities. The exhibits utilize some of the most sophisticated graphic and audio presentation techniques available. Activities range from a realistic, simulated earthquake to virtual reality. Throughout WonderWorks, you will actively participate in some of the most imaginative displays and exhibits found in any facility in the United States) und das Expo-Gelände, über Cape Caneveral,

Palm Beach, Miami, Key-West 



an der Westseite durch die Everglades (Dem Tamiami Trail folgend, erreichen Sie den Everglades Nationalpark. Mit einem Propellerboot geht es mitten hinein in diese faszinierende Landschaft. Mit etwas Glück werden Sie auch Alligatoren sehen. Die Everglades sind keine Sümpfe, sondern sehr langsam fließendes Süßwasser).



über Fort Myers 
und Sarasota 
(und was seht Ihr hier? NICHTS - ich auch nicht - außer Strand, und dabei sollte das delphingarantiertes Gewässer sein ! HEUL !!!)
wieder zurück. Es war ein richtig schöner und abwechslungsreicher Urlaub.
Übrigens: ich hab keines dieser Fotos selbst gemacht - hab alle aus dem Netz "ausgeliehen". Zu wem auch immer: Danke!, denn meine Fotos sind in den Alben und ich hab keinen Scanner ...


