Samstag, 19. September 2009

Familienwochenende in Oppenau

Unser jährliches Familienwochenende führte uns dieses Jahr in den Schwarzwald. Wir waren übereingekommen, dass wir nicht sooo viel erleben wollen, sondern mehr Zeit miteinander verbringen. Kochen, essen, spielen, reden und ein bissel was Neues sehen.
Oppenau war dafür genial, hoch oben hatten wir ein Ferienhaus gemietet.



Ohne Navi hätten wir das nie gefunden, denn irgendwie waren wie im Nichts angekommen. Aber gerade deshalb war es sehr schön. Fernsicht am Tag und sternklare warme Nächte mit Sternschnuppenfall. Es gab Wunschessen Zwetschgenknödel und am nächsten Tag Raqulett. Wunderbarer herzhafter Speck von unserem Gastbauern, selbstgemachte Butter, frische Milch. Schlemm!

Ich hatte schon gar nicht mehr daran gedacht, dass ich an meinem Geburtstag nicht hier war und war umso überraschter, als die Kids heimlich eine Kaffeetafel deckten und sogar mit selbstgebackenem Geburtstagskuchen bestückten. Wow!



Und mein Geburtstagsgeschenk war ein Fotoframe. Die Jungs hatten Fotos aus ihrer Kindheit eingescannt und aufgespielt. Eine tolle Überraschung - danke!

Für Bewegung und Gaudi gabs vor dem Haus eine Tischtennisplatte und etwas höher gelegen ein Trampolin, auf dem die Kids sich bis zur Erschöpfung austobten.



Eine Spaziergang zum Kloster Allerheiligen, entlang des Wasserfalls, viele, viele Treppen hoch, hat uns allen viel Spaß gemacht, zumal auf dem Weg immer wieder Tafeln über Sagen und Legenden erzählten.
Die Wasserfälle Allerheiligen mit über 100 m hohen Felsabstürzen beigeistern den Wanderer, der über schmale Pfade, Holzbrücken und Treppen nahe an den zu Tal stürzenden Wassermassen hinauf steigt. Nach ca. 25 Minuten erreicht man die Klosterruine Allerheiligen - eines der frühesten gotischen Bauwerke Deutschlands. 1196 von Herzogin Uta von Schauenburg gestiftet, brannte die Klosteranlage 1804 ab, der Verfall begann. Die Ruine wurde als Steinbruch genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde mit der Erhaltung der Ruine begonnen.



Allerdings bekamen wir dann in der Gaststätte oben die denkbar schlechteste Schwarzwälder-Kirsch-Torte, die wir je gegessen hatten. Für den Rückweg zum Auto wählten wir dann eine andere Route, die uns an einigen, leider schon schwarz gewordenen, Bovisten vorbeiführte.

Am Sonntag fuhren wir dann noch gemeinsam auf die Schauenburg . Der kurze Aufstieg wurde mit einer wunderbaren Sicht ins Rheinland belohnt.





Nur zu schnell waren die zwei Tage wieder vergangen und ich freue mich schon aufs nächste Jahr. Da werden wir uns am Kaiserstuhl umsehen.

Donnerstag, 10. September 2009

Altersteilzeit erreicht - erste große Fahrt - Schweden

17. August: Fähre Sassnitz - Trelleborg
Nach einer sonnigen aber auch windigen Überfahrt nähern wir uns Trelleborg.



Unser erster Ausflug führt uns nach Malmö. Hier treffen Tradition und Moderne aufeinander - und harmonisieren.


Nach einem Erholungstag geht es weiter über Kristianstad nach Urshult.



Je näher Urshult rückt, umso mehr "schwedelt" es - weitläufige Wälder unterbrochen von Seen und Wasserläufen, vereinzelt die typischen Lego-Häuser, die von schmalen, ungeteerten Seitenwegen aus erschlossen sind.

Altersteilzeit erreicht - Schweden Öland

Für die große Badeinsel der Schweden und ihres Königshauses sind mehrere Tage vorgesehen.
Die Überfahrt geht über ein sehr beeindruckendes Brückenbauwerk.



Tagesausflug in den Norden von Öland - ein dünn besiedeltes Gebiet mit urigen Wäldern und Ufern. Die Wahlheimat vieler Zugvögel.



Die vielen kleinen Dörfer pflegen ihre alten Friedhöfe und Kirchen.



Aber auch der Süden und Ölands Mitte hatten vieles zu zeigen.
z.B. das Freilichtmuseum Himmelsberga. Ein altes Bauerndorf. Die Türen so niedrig, dass auch ich mich bücken musste, um mir den Kopf nicht anzuschlagen. In der guten Stube des Herrenhauses waren die Wände handbemalt.


Andere Länder, andere Sitten: die Post wird hier nicht so exclusiv an die Häuser gebracht. Die Briefkästen befinden sich sehr zentral direkt an der Straße und der Postbote fährt mit seinem Auto direkt hin. Er hat - ganz englisch - seinen Fahrersitz auf der rechten Seite und muss zum Verteilen der Briefe nicht mal aussteigen. Und - typisch schwedisch - auch die Briefkästen sind mit Blumen geschmückt und liebevoll gestaltet.



Und natürlich durfte auch ein Ausflug nach Kalmar nicht fehlen.
Vor dem Wasserschloss stand der Beweis dafür, dass es wirklich Trolle und Gnomen gibt:




"Spa & Relax" bei der Fahrradrunde durch Kalmar. Das ist ganz einfach die öffentliche Toilette.

von Öland weiter nach Jönköping

Aber bei all den Schönheiten und dem Zauber des Landes will ich doch das Ziel Stockholm nicht aus den Augen lassen. Also gehts weiter: nächste Station jönköping .
Die Sophienkirche verbindet auf überraschende und ganz andere Weise den traditionsträchtigen Baustil mit der Moderne: hier können die Spenden in der Kirche für den Umbau gleich über den Terminal abgebucht werden.



Wer Zündhölzer bisher achtlos benutzt hat, kann sich hier einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte und Herstellung dieses Feuerhölzchens verschaffen. Kleine Anmerkung am Rande: es war eine Frau, die diesen Weg eingeschlagen hat.



Und auch von dieser Firma profitieren wir hier in Deutschland:



Nahezu eine eigene Stadt: Husqvarna. Wer kennt nicht die Nähmaschinen, Motorräder, Rasenmäher etc. ? Ein Rundgang durch das Museum war unvermeidlich. Da ich immer noch auf die Begegnung mit einem Elch wartete, sah ich hier zumindest mal sein Geweih an der Wand hängen.

Jönköping -> Askersund

Und wieder geht die Fahrt über endlose lange Straßen, durch dichte Wälder mit nur wenigen Seitenstraßen, vereinzelt an den kleinen roten Häuschen vorbei Richtung Askersund.
Wir sind nun mitten in Smaland. Hier geht es sehr bürgerlich zu, kleine Orte, behäbige Dörfchen, romantische Seen hinter jeder Straßenbiegung, Glasbläserkunst, und die berühmten weiß-gelben Zuckerstangen aus Gränna. Das alles ist hier zuhause. Und wenn ich mich mehr mit Astrid Lindgren als mit Karl May befasst hätte in meiner Kindheit, dann wäre ich sicher auch zur Villa Kunterbunt gefahren. Und jetzt im Inneren des Landes fallen dann auch die typischen Leuchter in den Fenstern auf: die vermitteln ein heimeliges und willkommenes Gefühl.



Ach, es gäbe ja so vieles zu sehen, aber dann reichen nicht mal 4 Wochen für den Trip aus. Aber Vadstena, das wehrhafte Wasserschloss, muss unbedingt aus der Nähe angeschaut werden. Heute werden die Wasserläufe ums Schloss als Bootshafen genutzt. Das sind natürlich traumhafte Liegeplätze.



Askersund -> Stockholm

Ja, und dann Stockholm. Eine wunderschöne, riesige Stadt mit viel Charme. Aber egal, wohin man kommt; Coca-Cola ist immer schon da:



Während das Publikum bei der Wachablösung brav hinter den Absperrungen bleibt, fährt der Cola-Truck ungestoppt in den Innenhof.

Bei der Weitläufigkeit war ich wieder froh um mein Fahrrad, so kam ich doch ziemlich weit rum. Vor der Krönungskirche traf ich dann auf 2 Mädels mit ihrem Hund, die ich schon in Malmö getroffen hatte. Die Touri-Runde scheint doch ziemlich ähnlich zu sein.



Auch in Schweden lässt sich über "Kunst" trefflich streiten. Aber interessant ist es always.