Samstag, 26. Juni 2010
Obernai und Bergheim
Die Dunkelheit der Wälder und die Enge der Bergstraße wich zurück und das lichtdurchflutete Elsass öffnete sich wieder vor mir. Mein Ziel war Obernai. Ein wunderschönes altes und gepflegtes Städtchen. So langsam war ich gewohnt, mich mit Flori dezimetergenau durchzuzirkeln. Gegenüber des Rathauses machte ich Mittagsrast und bestellte mir einen Zwiebelkuchen und ein eiskaltes Mineralwasser. Von meinem Platz aus konnte ich die An- und Abfahrt der Brautautos beobachten: dort im Rathaus wurde ja am laufenden Band getraut! Bei jedem Wechsel gab es ein Gedränge der Hochzeitsgäste im Eingang. Eine Kugel Eis begleitete mich auf meinem Weg durch die Stadt. Aber die Hitze siegte und ich hatte nur noch Sehnsucht nach einem schattigen Rastplatz für Flori und mich. Also zurück ins Auto und nach Bergheim. Mit Blick auf die Hochkönigsburg fand ich einen wunderbaren Stellplatz im Hinterhof eines Winzers. Ein riesiger Garten, teilweise parzelliert durch Hecken, Büsche und Bäume und rechts und links von Weinreben flankiert - das war es, was ich jetzt brauchte. Vesper hatte ich heute früh auf dem Markt gekauft: gerauchte Putenbrust, Salami, Münsterkäse, Tomaten und frische Pfirsiche. Paradiesisch! Heute nacht lasse ich sogar die Hintertüren von Flori auf und schlafe also richtig zwischen den Reben. Der Vollmond steht direkt über meinem Bett.
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