Freitag, 25. Juni 2010

weiter Richtung Mutzig

Um 4.30 h bin ich zum ersten Mal aufgewacht: fröhliches Vogelgezwitscher "ums Haus" drang bis tief in meinen Schlaf. Durchs Fenster sehe ich die Äste der Trauerweide über mir und um mich. Ich höre dem Vogelgesang zu und schlafe nochmal tief und fest ein. Und dann Premiere in der Dusche: es ging eigentlich ganz gut - trotz der Enge und des Duschvorhangs, der logischerweise gleich am Körper klebte. Kaffee-kochen und frühstücken im Sonnenschein mit Blick auf die Altstadt. Um 10.30 h gehts weiter Richtung Mutzig. Dort soll eine Festung sein, die für die damalige Zeit als hochmodern galt. Die Geschichte des Elsass hält mich immer wieder gefangen. Auf der Fahrt scheppert es hinter mir und ich halte an: ich hatte alles auf Sicherheit geprüft vor der Abfahrt - aber die Verriegelung des Kühlschranks war mir entgangen. Nun kullern die Aprikosen durchs Auto, Käse und Wurst liegen dekorativ dazwischen. Die Eier und das Gurkenglas haben sich aber tapfer gehalten. Ich räume alles wieder ein, sichere den Riegel und kontrolliere nochmals die Schränke. Nun sollte eigentlich alles sicher und fest sein. Ich fahre weiter.
Mutzig ist ein bezauberndes Städtchen. Sehr sauber, viele bunte Blumenkästen, buntlackierte Bleckblumen an den goldfarbenen Straßenlaternen. Durchs Städtchen durch, den Berg hoch, enge Straße mit vielen Schikanen - ich übe Flori-fahren. Hoch oben dann die Festung. Eine sehr beeindruckende riesige Anlage, die aber auch das Leben dort oben unter den Kriegsumständen ahnen lässt. Leider habe ich die Führung in den unterirdischen Gängen verpasst.
65 Jahre nach Kriegsende hat sich die Natur einen Teil der Anlage wieder zurückerobert und verdeckt dieses erinnerungsschwere Gelände inzwischen mit großen Wiesenflächen, bunten
Blumenteppichen und vielen Büschen.

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